Das Fell des Chinchillas ist seidenweich und sehr dicht. Die Dicke eines Haares hängt von mehreren Faktoren ab: Pigmentierung und damit Farbgebung, genetische Veranlagung und äußerliche Einflüsse (Badegranulat, Ernährung).

Die Felllänge liegt zwischen 1,5 und 3,5 cm. Die Haarlänge unterscheidet sich an den unterschiedlichen Körperstellen: um die Nase und am Kopf ist sie geringer, Bauch und Deckenhaar sind im Vergleich zu den restlichen Zonen eher mittellang, das Fell an den Seitenpartien ist am längsten.
Aus einer Haarwurzel kommen durchschnittlich 60 Haare die seidenfein und leicht sind. Die Anzahl der Haare variiert auch hier anhand der Position der Wurzel am Körper. So wachsen aus einer Wurzel am Bauch deutlich weniger Haare als aus einer Wurzel am Rücken.
Wie dicht ein Fell ist, hängt davon ab, wie viele Haare aus einer Wurzel kommen und wie dicht diese Wurzeln beieinander liegen. Auch hier kann man gut den Unterschied zwischen Bauch und Rücken betrachten.

Neben der Wurzel mit den enorm vielen Haaren, haben Chinchillas noch so genannte Grannenhaare im Fell verteilt. Diese sind einzeln aus einer Wurzel wachsende, längere und stabilere Haare, die eine Stützfunktion haben. Sie halten die zarten, vielen Haare des Chinchillas aufrecht und sind nicht an der Bauch-, Hals- und Afterregion zu finden.

 

 

 

Die Granne steht deutliche über das Fell hinaus.

Die Schwanzhaare sind ebenfalls sehr stabil, ähneln manchmal sogar kleinen Borsten. Aus einer Wurzel wächst ein Schwanzhaar. Der Schwanz mit seinen Schwanzhaaren dient dem Halten des Gleichgewichtes des Tieres beim Laufen oder Springen.

Durch die Tasthaare (Vibrissen) des Chinchillas am Schnäuzchen, die zwischen fünf und zehn Zentimeter lang und sehr stabil sind, wird die schwache Sehtüchtigkeit in nächster Nähe der Tiere ausgeglichen. Die Tasthaare stehen meist ab und sind ständig in Bewegung. 

Chinchillahaare haben ein sogenanntes Agouti-Muster. Dies bedeutet, dass das Haar 3 Farbzonen hat: eine Unterzone (beim Standard grau), ein sogenanntes Band (beim Standard optimal weiß) und die Spitzen (beim Standard grau bis schwarz), die den sogenannten Schleier des Felles bilden.
Das Grannenhaar ist zweifarbig, es fehlt das Band. Das Bauchhaar (Wammenhaar) ist ebenfalls zweifarbig, es fehlt die Spitzenfärbung.

Haaransicht eines

Standard von der

Seite, von links

nach rechts: Unterzone,

Band, Spitze.

 

 

 

 

 

Graue Unterzone,

breites weißes Band,

dunkle Spitzenpigmente.

Zudem ist die Farbe am Körper abermals unterteilt: die Decke, der Kopf und die Seiten sind grundsätzlich gleichmäßig gefärbt, der Bauch von After bis Kinn weiß, da dort die dunkel gefärbten Spitzen nicht vorhanden sind.

Velvet (Decke und Kopf) und Ebony haben jedoch kein Agouti-Muster, ihnen fehlt die mittlere Zone - das Band. Auch die Bauchseite hat nur 2 Farben -

Unterzone und Band.

 

Das Fell bietet einen guten Schutz gegen Kälte, was ihnen aber zum Verhängnis wird, sobald es über 24 Grad warm und zudem noch feucht wird. Chinchillas schwitzen nicht und verfügen nicht über Talgdrüsen, die Fette produzieren würden, um das Fell wasserabweisend zu machen. Chinchillas können somit nicht gebadet werden, da die Tiere schlecht trocknen und somit schnell auskühlen und krank werden können. 

Die natürlichen Feinde der Chinchilla sind Greifvögel. Fasst man einen Chinchilla auf dem Rücken an, um es vielleicht hochzuheben, zappelt es und wirft die Fellpartien ab, um zu entkommen. Dort ist dann nur noch glatte Haut und es dauert bis zu 3 Monate, bis die Haare nachgewachsen sind.